Ludovika, die bayerische Herzogin, und ihre beiden Töchter Sissi und Helene sollten am 16. August 1853 in Ischl eintreffen. Und noch für denselben Tag hatte man eine erste Begegnung zwischen Helene, der auserkorenen Braut, und dem jungen Kaiser Franz Joseph im Kreise der Familien verabredet. Die Ankunft der drei Wittelsbacherinnen im Salzkammergut gestaltete sich jedoch alles andere als plangemäß. Wegen einer Migräneattacke Ludovikas – Reisestrapazen und Aufregung waren zu viel für die Herzogin gewesen — hatte man die Fahrt mit der Pferdekutsche von Possenhofen nach Ischl unterbrechen und einen Zwischenstopp einlegen müssen. Die Ankunft verzögerte sich dadurch um anderthalb Stunden, so dass bis zum vereinbarten Tee nur noch 30 Minuten verblieben. Es kam aber noch schlimmer: Unterwegs war der Gepäckwagen samt Kammerzofen verloren gegangen, so dass keine Möglichkeit zum Umziehen und Herrichten bestand. Und gerade dies wäre dringend erforderlich gewesen. Denn alle drei stiegen nicht nur völlig erschöpft und verstaubt aus dem Reisewagen, sie trugen auch noch allesamt Trauer, da eine bayerische Tante vor kurzem verstorben war. Ludovikas ohnehin schon angegriffene Stimmung steigerte sich darüber zur offenen Panik. Der wichtigste Termin im Leben ihrer ältesten Tochter Helene, den man in angemessener Kleidung und entspannter Stimmung begehen wollte, drohte schon im voraus in einem Fiasko zu enden.

An eine Verschiebung des Nachmittagstees war angesichts der Kürze der verbleibenden Zeit und der Vielzahl der eingeladenen Verwandten nicht zu denken. So blieb ihr nur eine der Kammerzofen ins Hotel zu schicken, um wenigstens Helenes Äußeres einigermaßen respektabel zu gestalten. Viel mehr als der auserkorenen Braut die Haare zu richten und ihr das verstaubte schwarze Trauerkleid auszuklopfen, konnte aber auch die Zofe angesichts der fehlenden hellen Garderobe nicht machen. Sissi musste selbst Hand anlegen und flocht sich der Einfachheit halber lange Zöpfe. Dann aber war es auch schon Zeit für den Aufbruch und beklommenen Herzens machten sich Ludovika, Nené und Sissi auf den „Weg in die benachbarte Kaiservilla. Tatsächlich tummelten sich beim Eintreffen der drei Wittelsbacherinnen eine Vielzahl von Personen im Salon der Kaiservilla. Neben der Erzherzogin und ihrem Mann Franz Karl waren unter anderem zwei jüngere Brüder Franz Josephs, der Kaiser selbst, Adjutanten und Hofdamen, der Großherzog von Hessen sowie Sissis Patentante, die preußische Königin Elise, anwesend. Die Stimmung war steif. Lange hatten sich die Verwandten nicht gesehen und keiner von ihnen besaß das glänzende Unterhaltungstalent, das Sissis Vater Max eigen war. Schwerer aber wog, dass sich alle Anwesenden über die Bedeutung des Zusammentreffens im Klaren waren. Denn dies war kein harmloses sommerliches Familientreffen, sondern die Brautschau eines der mächtigsten Herrscherhäuser Europas. Fast zwangsläufig richteten sich die Blicke daher immer wieder auf Franz Joseph und Nené, die sich ihrerseits alle Mühe gaben, in ein einigermaßen ungezwungenes Gespräch zu kommen.

Wie sich die angespannte Situation in Ischl weiterentwickelt, wie und wann sich der junge Kaiser am Ende überraschender Weise Sissi zuwendet und nicht der vorgesehenen Braut Helene, erfahren Sie in der ergreifenden Biografie:

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